Autor/-in:
Vollenweider Benjamin
«a-na KUR.NU.GI4.A»
Eine Übersetzung des assyrischen Texts "Ischtars Höllenfahrt" und eine Einführung in die Keilschriftkultur
Christoph Staub
Kantonsschule Zimmerberg
Altorientalistik
Abstract
Der Text «Ischtars Höllenfahrt» stammt aus der Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. und behandelt den Gang der mesopotamischen Göttin der Liebe und des Kriegs, Ischtar, in die Unterwelt. Das wichtigste Manuskript wurde in der antiken Stadt Ninive im Nordirak gefunden und ist auf Akkadisch verfasst, einer semitischen Sprache, die etwa ab dem Jahr 2500 v. Chr. bis zur Zeitenwende in Mesopotamien, das in etwa dem Staatsgebiet des heutigen Irak gleicht, belegt ist. Zusammen mit dem Sumerischen bildet das Akkadische eines der faszinierendsten und ältesten Textkorpora, wovon «Ischtars Höllenfahrt» nur einen sehr kleinen Teil ausmacht.
Mein Ziel bestand darin, diesen Text grammatikalisch zu analysieren und anhand der gewonnenen Erkenntnisse eine verständliche, aber dennoch möglichst genaue Übersetzung zu schreiben. Weil Akkadisch mit der enorm komplizierten Keilschrift geschrieben wurde, habe ich mich dazu entschieden, ausgehend von einer Umschrift zu arbeiten. Der Rahmen dieser Arbeit wäre nämlich aufgrund der vielen möglichen Lesungen eines einzigen Keilschriftzeichens ohne diese Umschrift gesprengt worden.
Neben der sehr technischen Übersetzung habe ich mich noch entschieden, eine Art Einführung in die Kulturen und Sprachen des antiken Mesopotamiens zu schreiben, damit die Arbeit auch einen Mehrwert generiert für Personen, die keine Erfahrung mit dem Akkadischen haben.
