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Autor/-in:

Mehmed Naila

Der Völkermord von Srebrenica – Eine Zeitzeugenanalyse

Betreuer/-in:
Fabrice Crelier
Schule:

Gymnasium Unterstrass

Geschichte
Diese Arbeit hat mir gezeigt, dass Erinnern Verantwortung bedeutet. Die Stimmen der Zeitzeug*innen machen Geschichte greifbar, gehen über Fakten hinaus und machen Erfahrungen sichtbar, die allzu oft übersehen werden.
Abstract

Diese Arbeit untersucht, wie Überlebende den Völkermord von Srebrenica im Juli 1995 erinnern und was ihre Erzählungen über erlebte Traumata, Erinnerungskultur und historische Wahrheit aussagen. Ziel ist es, die Rolle von Zeitzeug*innen sichtbar zu machen und ihre Perspektiven in den grösseren historischen Zusammenhang einzuordnen. 

Methodisch basiert die Arbeit auf qualitativer Forschung im Rahmen der Oral History. Dazu wurden Interviews mit Überlebenden, Angehörigen und Expert*innen geführt, die im Rahmen eines Forschungsaufenthalts vor Ort erhoben, transkribiert und mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden. 

Die Ergebnisse zeigen wiederkehrende Muster in den Erzählungen, insbesondere den Bruch eines friedlichen Vorkriegslebens, die Erfahrungen während des Völkermords, den Umgang mit Trauma und Verlust sowie die Bedeutung von Erinnerung und die Auswirkungen von Leugnung. Die Aussagen stimmen in vielen Punkten mit der historischen Faktenlage überein und ergänzen diese durch persönliche Perspektiven. 

Die Arbeit kommt zum Schluss, dass Zeitzeug*innenberichte eine zentrale Rolle für das Verständnis des Völkermords spielen. Sie tragen wesentlich zur Erinnerungskultur bei und machen historische Ereignisse auf einer persönlichen Ebene greifbar.