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Autor/-in:

Baumgartner Aliena

Das Territorialverhalten des eurasischen Blässhuhns (Fulica atra) im Verlauf der Brutzeit

Betreuer/-in:
Marcel Hatt
Schule:

Kantonsschule Zürcher Oberland

Biologie
Das Erstellen der Maturitätsarbeit hat mir eine intensive Auseinandersetzung mit Studiendesign in der Verhaltensbiologie, statistischen Auswertungsmethoden sowie mit dem Thema Territorialverhalten und dessen Bedeutung in der Brutzeit ermöglicht.
Abstract

Diese Arbeit untersucht das Territorialverhalten brütender Blässhühner in Abhängigkeit des Brutstadiums. Ziel war es, die Veränderungen der Territorialverteidigungsintensität zwischen den verschiedenen Brutstadien quantitativ darzustellen. Dazu wurden acht Brutpaare an zwei Weihern an insgesamt 23 Beobachtungstagen durch Videoaufnahmen untersucht. Bei jedem Brutstadium wurden für inter- und intraspezifische Konflikte Anzahl, Dauer und Intensität ermittelt. In beiden Konfliktarten nahmen Anzahl und Dauer von der Nistphase bis in die frühe Jungenaufzucht ab und danach wieder zu. Die Intensität hingegen war in der frühen Jungenaufzucht am höchsten und zu Beginn und Ende der Brutsaison niedriger. Es konnte ein signifikanter Einfluss des Brutstadiums auf die Gesamtzeit in territorialen Konflikten nachgewiesen werden. Die Resultate deuten auf einen Dear Enemy-Effekt sowie möglicherweise Territory prospecting hin. Wegen des zeitlich schwankenden Werts der Jungtiere für die Eltern wurde bei interspezifischen Konflikten ein Intensitätsanstieg in der frühen Jungenaufzucht erwartet. Die Resultate zu Anzahl und Dauer widersprechen dieser Erwartung, was durch den grossen Anteil an Konflikten mit Teichhühnern erklärt werden könnte. Möglicherweise besteht zwischen Bläss- und Teichhuhn interspezifische Konkurrenz, was zu ähnlichen Resultaten wie in intraspezifischen Konflikten führt.