Autor/-in:
De Vito Sofia
Analyse antibakterieller Wirkmechanismen verschiedener Honigsorten
Ein experimenteller Ansatz zur Herstellung eines medizinischen Schweizer Honigs
Siamak Semsary
Kantonsschule Hohe Promenade
Biochemie
Abstract
Aufgrund der Zunahme von antibiotikaresistenten Bakterienarten werden natürliche Stoffe zur Behandlung von Infektionen immer wichtiger. Manuka Honig wird aufgrund seiner natürlichen antibakteriellen Wirkung, ausgehend vom Molekül Methylglyoxal (MGO), bereits als Arzneimittel verwendet. Bislang wurde die antiseptische Wirkung Schweizer Honige nur wenig erforscht, weshalb nicht bekannt ist, ob inländische Produkte mit Manuka Honig vergleichbare Eigenschaften aufweisen. Ziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen der antibakteriellen Wirkung von lokalen Honigsorten zu identifizieren sowie experimentell zu prüfen, ob in einem Schweizer Honig die MGO-Wirkung und die in den meisten Honigen vorkommende peroxide Aktivität kombiniert werden können. Zur Ermittlung der antibakteriellen Wirkung der getesteten Honigsorten wurden Agardiffusionstests durchgeführt. Zusätzlich wurde versucht, die MGO-Produktion in Schweizer Honigen künstlich anzuregen und die MGO-Konzentration massenspektrometrisch zu messen. Zwei von vier Schweizer Honigen erwiesen sich als effizient gegen das Testbakterium. Während die antibakterielle Wirkung eines Honigs (Hard Honig) auf die Anwesenheit von Wasserstoffperoxid zurückzuführen ist, war eine Identifikation des Wirkstoffes im zweiten Honig (Rapshonig) nicht möglich. Innerhalb einer Zeitspanne von sechs Wochen konnte in Raps- sowie Hard Honig die Herstellung von MGO künstlich angeregt werden. Grundsätzlich ist ein Synergismus verschiedener Wirkmechanismen in einem lokalen Honig realisierbar und könnte aus ökonomischer bzw. ökologischer Sicht sinnvoll sein.
