Autor/-in:
Spirig Luzia
Lautlose Lesung
Gebärdensprache lernen, um eine Geschichte zu vermitteln
Elisabeth Frey
Kantonsschule Wiedikon
Sprache
Abstract
In meiner Maturitätsarbeit wollte ich mein Interesse an Gebärdensprachen mit meinem Interesse des Theaters und des Geschichtenerzählens verbinden. Daraus ergab sich meine Leitfrage: Ist es möglich, sich im Rahmen einer Maturitätsarbeit genügend Sprachkenntnisse in einer Gebärdensprache anzueignen, um gehörlosen / schwerhörigen Kindern eine Geschichte zu vermitteln? Meine Ursprungsidee war es, für ein junges Publikum, dessen Muttersprache die Deutschschweizerische Gebärdensprache ist, ein Kindertheaterstück zu dolmetschen und mithilfe eines Fragebogens das Erlebnis einzuordnen. Aus verschiedenen Gründen (erschwerter Fokuswechsel, Gefahr kultureller Aneignung bei qualitativ schlechtem Dolmetschen, etc.) musste ich den praktischen Teil im Verlauf des Arbeitsprozesses anpassen. Schlussendlich erzählte ich gehörlosen / schwerhörigen Kindern im Primarschul- und Kindergartenalter ein Bilderbuch und ordnete anhand von mündlichen Fragen und einer Aufstellung im Raum ihr Verständnis ein. Die Ergebnisse zeigten, dass fast alle Kinder die Geschichte verstanden und genossen haben. Es ist mir also durchaus gelungen, eine Geschichte zu vermitteln und ein positives Erlebnis zu schaffen. Am meisten freut mich, dass ich während dieser Arbeit nicht nur selbst viel gelernt habe, sondern dass ich in meinem Umfeld Interesse und Verständnis für die Gebärdensprachen und ihre Kulturen geweckt habe.
