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Autor/-in:

Sütterlin Javier Francisco

Müssen unrechtmässig entwendete Kulturgüter an die ursprünglichen Eigentümer restituiert und zurückgegeben werden?

Eine Analyse der rechtlichen Lage und der moralischen Verpflichtungen von Haltern der Kulturgüter sowie ein Vergleich dreier Beispiele einer interkontinentalen, innereuropäischen und innerstaatlichen Restitutionsforderung

Betreuer/-in:
Karin Hunkeler
Schule:

Kantonsschule Uetikon am See

Recht
Restitutionsdebatten sind nicht reine Rechtsfragen, sondern ein Zusammenspiel von Recht, Ethik, Politik und Kultur. Für eine fundierte Antwort braucht es eine Sichtung der Kulturgüter vor Ort, um ein Verständnis über die Objekte zu entwickeln.
Abstract

Die Arbeit untersucht die Restitution von Kulturgütern als rechtlichen, moralisch-ethischen, politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Im Zentrum steht die Frage, ob die Benin-Bronzen im Museum Rietberg, die Parthenon-Objekte («Elgin Marbles») im British Museum sowie die Gemälde des Klosters Sijena im Museu Nacional d’Art de Catalunya, die unter ungeklärten Umständen entwendet wurden, restituiert und zurückgegeben werden müssen. Zudem werden die drei Fälle in rechtlicher, moralisch-ethischer und politischer Hinsicht verglichen.

Grundlage sind Fachliteratur, ein Interview mit dem Museum Rietberg sowie die Befragung der Zürcher Kantonalparteien. Die Fälle werden anhand eines einheitlichen Schemas vergleichend analysiert.

Im Fall Sijena muss eine Rückgabe rechtlich wie moralisch-ethisch erfolgen und wird durchgesetzt. Bei den Benin-Bronzen und den Parthenon-Objekten bestehen keine rechtlichen Restitutionsansprüche, obwohl moralisch-ethisch und politisch eine Restitution befürwortet wird. Eine Restitution ist dort nur freiwillig möglich; die Benin-Bronzen wurden am 20. März 2026 restituiert, bei den Parthenon-Objekten wurde eine Restitution mehrfach abgelehnt. Der Vergleich verdeutlicht, dass Restitutionsforderungen systematisch und fallspezifisch geprüft werden müssen. Abschliessend stellt sich die Frage nach neuen rechtlichen Regelungen für internationale Restitutionsdebatten.