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Autor/-in:

Perrinjaquet Etienne

Ausgangslage und Zukunftsvisionen der Schweizer Neutralitätsdoktrin

Betreuer/-in:
Marco Zanoli
Schule:

Kantonsschule Enge

Geschichte
Die Interviews mit Politiker:innen und Historiker:innen haben mir gezeigt, dass die schweizerische Neutralität kein Dogma, sondern ein vielschichtig interpretiertes Instrument der Aussenpolitik ist.
Abstract

Die Arbeit untersucht die Frage, wie die Schweiz künftig mit ihrer Neutralitätsdoktrin umgehen soll. Ziel war es, die historische Entwicklung der Schweizer Neutralität nachzuzeichnen, verschiedene Neutralitätskonzepte zu erläutern, aktuelle Herausforderungen aufzuzeigen und eine eigene Zukunftsvision zu entwickeln.

Die Untersuchung stützt sich auf Literatur- und Medienrecherche sowie auf Interviews mit Politiker:innen, Historiker:innen und weiteren Expert:innen aus Sicherheits- und Friedenspolitik.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Schweiz die Neutralität 1815 selbst wählte und diese von den Grossmächten lediglich anerkannt wurde, womit die verbreitete Annahme einer aufgezwungenen Neutralität historisch widerlegt ist. Die Debatte wird durch zwei entgegengesetzte Lager geprägt: Die Neutralitätsinitiative fordert eine integrale Neutralität, während das Manifest Neutralität 21 eine stärkere internationale Einbindung verlangt.

Die Arbeit kommt zum Schluss, dass die Schweizer Neutralitätsdoktrin einer Anpassung bedarf. Bei einem klar erkennbaren Aggressor soll die Schweiz ihre Neutralität unter dem Vorbehalt der kollektiven Sicherheit der UNO stellen; in uneindeutigen Konflikten hingegen die traditionelle Neutralität nach den Haager Konventionen beibehalten. Die Neutralität sollte den Schweizer Interessen dienen und nicht über ihnen stehen.