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Autor/-in:

Zumsteg Minna

Psilocybin-assistierte kognitive Verhaltenstherapie zur Tabakentwöhnung

Ein biopsychologisches Katalysator-Modell der kognitiven Dissonanzreduktion

Schule:

MNG Rämibühl

Psychologie
«Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen Den Vorhang zu und alle Fragen offen.»
Abstract

Der Tabakkonsum stellt das grösste vermeidbare Gesundheitsrisiko in den westlichen Industrienationen dar. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich mehr als 7 Millionen Menschen an den direkten oder indirekten Folgen des Tabakkonsums. Massnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums sind daher dringend erforderlich. Während herkömmliche, medizinisch begleitete Methoden zur Tabakentwöhnung langfristige Abstinenzraten von lediglich 15–30 % erzielen, zeigen Pilotstudien auf, dass mittels Psilocybin-assistierter kognitiver Verhaltenstherapie (PA-KVT) Raten von bis zu 60 % erreicht werden können. In einer randomisierten kontrollierten Studie an der Johns Hopkins University wird aktuell untersucht, ob sich die positiven Resultate der Pilotstudien auch in grösserem Rahmen bestätigen lassen.
Der Wirkmechanismus der PA-KVT ist noch nicht vollständig verstanden. Vermutet wird eine
komplexe Wechselwirkung von psychologischen und neurobiologischen Komponenten, wobei der Psilocybin-induzierten mystischen Erfahrung, welche unter hochdosierter Psilocybin-Applikation von der Mehrheit der Patientinnen erlebt wird, eine zentrale therapeutische Bedeutung zugemessen wird.
In dieser Arbeit wird der Wirkmechanismus der PA-KVT anhand eines neuen Modells erklärt, welches die Theorie der kognitiven Dissonanz nach Leon Festinger mit der Analogie einer exergonischen chemischen Reaktion verbindet. Das Modell stützt sich auf zwei Kernhypothesen: Erstens wirken die Psilocybin-induzierte mystische Erfahrung und die KVT-vermittelte Reduktion der kognitiven Dissonanz synergetisch. Zweitens fungiert die Psilocybin-induzierte mystische Erfahrung im Rahmen der KVT-vermittelten Dissonanzreduktion im Sinne eines biopsychologischen Katalysators, der die
hierfür benötigte Aktivierungsenergie senkt und somit bei der Tabakentwöhnung als «motivationaler Kipppunkt» wirkt.
Das in dieser Arbeit präsentierte heuristische Modell dient primär der Veranschaulichung der möglichen Wirkmechanismen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es könnte jedoch dank seiner Einfachheit Impulse für weitere Forschungsarbeiten und die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze liefern.